Klingelstreich – oder: Früher war alles besser…

Ach, die Jugend von heute ist auch nicht mehr das, was wir mal waren…

Gestern also nun: klingelingeling (oder so) – jedenfalls schritt der Gatte zur Tür, öffnete diese und sah: nichts… Wir hätten früher nun flott das Weite gesucht und uns uns still an dem verdutzten Gesicht des „Opfers“ gefreut.

Nicht so die kleinen Halbstarken von heute. Aus der Sicherheit des Dunkels huben sie  an, den Gatten mit allerlei wirklich unfeinen Schimpfwörtern zu bedenken . Du A***f*cker war noch eins der nettesten. Nun muss man wissen, dass der Vater des Gatten dermaleinst ein Dorfpolizist war und somit sowas von „Rächer der Enterbten“ in der Familie väterlicherseits steckt. Also stürzte der Gatte, notdürftig bekleidet, hinaus in die winterliche Kälte und nahm die Verfolgung der nichts nutzen Brut auf. Derweil saß das treusorgende Weib (also ich!) im Heim und wartete.

Nachdem nun etwa 30 Minuten ins Land gegangen waren, stellte ich in Gedanken schon einen kleinen Suchtrupp zusammen, sah ich doch den Gatten schon von den kleinen Banditen gefesselt an einem Baum erfrieren….

Etwa eine Dreiviertelstunde später kam der Jäger heim, nein erwischt hatte er sie nicht – aber praktisch so lange verfolgt, bis er sie endgültig in die Flucht geschlagen hatte. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was das für einen Eindruck bei abendlichen Spaziergängern gemacht hat – ein böser Onkel verfolgt harmlose kleine Jungs… Auf jeden Fall habe ich nun weitere Nachforschungen verboten, dafür gab es dann auch ein Kühlkissen für das überbeanspruchte Knie  (aber pssst, nicht weitersagen…).