Politikschnippsel 1

Neulich ein Gespräch in der Runde:

„Also, für Politik interessiere ich mich jetzt so gar nicht….“

„Aber du machst doch mit in der Initiative gegen die CO 2 Verpressung hier im Ort, das ist doch auch Politik.“

„Ja, aber ich meine so dieses Parteiengeklüngel, Dieses Postengezanke und diese Lügereien öden mich an.

So wie dieser Frau geht es vielen in unserem Land. Die große Politik ist undurchschaubar geworden. Wir fühlen uns oft  belogen und hinters Licht geführt. Viele Entscheidungen sind immer komplexer und unverständlicher geworden.

Umso wichtiger sind Aktionen und Gruppenbildungen an der Basis. Auch wenn man sich für gute Busverbindungen einsetzt oder für den Erhalt des örtlichen Schwimmbads, ist das Politik. Auch wenn man sich in einem Ausschuss für Kindergärten und Schulen einsetzt, ist das Politik!

Denn, so sagt die Bundeszentrale für politische Bildung:

“ P. bezeichnet jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen. „

Sicher kann man seinen politischen Vorstellungen durch den Beitritt in eine Partei mehr Nachdruck verleihen. Aber auch ohne Parteibuch kann man in örtlichen Gremien eine ganze Menge bewirken.

Dieser Beitrag rutschte mir  anlässlich der Kommunalwahlen (unterirdische Wahlbeteiligung) und der jetzt gerade stattfindenden Bürgermeisterwahlen aus der Feder.

Jeder kann  Einfluss nehmen und unseren Staat mitgestalten, denn der Staat sind wir. Besser mitarbeiten als nur meckern oder die örtlichen (meist ehrenamtlichen) Politiker verspotten.

(Quelle:Wikipedia)

Wääääääääää zur Wahl

Stell dir vor…

es ist Wahl und keiner geht hin…

So heute in Schläfrig – Holstein. Bei den heutigen Kommunalwahlen war die Wahlbeteiligung deutlich unter 40%. Gerade die jüngeren Menschen (es dürfen bei dieser Wahl ja alle ab 16 Jahren wählen) sehen wohl keinen Sinn darin, ihre Stimme abzugeben.

Ich schaue nebenbei die Wahlberichterstattung im NDR und alle Parteien betonen, dass sich in der politischen Bildung etwas ändern muss. Menschen müssen wieder motiviert werden, sich vor Ort einzusetzen. 70% der von Infas befragten sind nicht an Kommunalpolitik interessiert.

„Eine Demokratie lebt von Demokraten“ sagt Ralf Stegner gerade. JA!

 

Weltfrauentag

Clara Zetkin (eine Frau mit einer bewegten Biographie), war die Begründerin des Weltfrauentages hier in Deutschland.

Zentrale Forderungen waren damals:

  • Kampf gegen den Krieg
  • Wahl- und Stimmrecht für Frauen
  • Arbeitsschutzgesetze
  • ausreichender Mutter- und Kinderschutz
  • der Achtstundentag
  • gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung
  • Festsetzung von Mindestlöhnen

Und, wie weit sind wir da heute so???? (Ironisch die Augenbrauen hochzieh…) Immer noch haben Frauen bei gleicher Bildung 20 – 30% weniger Einkommen und auch von der Altersarmut sind Frauen ungleich stärker betroffen.

Und wenn ich dann so dämliche Artikel sehe, in denen gefragt wird: „Was lieben Männer an Frauen am meisten?“ – die Umfrage zum Weltfrauentag… würde ich sagen: Mädels, es ist noch ein weiter Weg… Auf Platz 1 der oben genannten Umfrage übrigens: „…. dass sie Sinn für Schönes mitbringen.“

 Da fällt mir nur noch dieser blöde Witz ein:

Eine Frau wirft ihren Mann über die Balkonbrüstung. Was ist das?

………………

Schöner Wohnen.

Vor 70 Jahren

Am 22. Februar 1943 werden Hans und Sophie Scholl sowie ihr Kommilitone Christoph Probst wegen „Hochverrat, Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung“ angeklagt. Aus Berlin ist der berüchtigte NS-Richter Roland Freisler angereist, um den Schauprozess zu führen. Alle drei werden zum Tode verurteilt.
Die „Weiße Rose“, eine Widerstandsgruppe um die Geschwister Hans und Sophie Scholl an der Münchner Universität, druckt in einem kleinen Atelier heimlich Flugblätter gegen die Nazi-Diktatur. Am Vormittag des 18. Februar legen die beiden Studenten Flugblätter an ihrer Universität aus. Sophie lässt einen ganzen Stapel in den Lichthof regnen. Doch ein Hausmeister beobachtet die Geschwister und schlägt Alarm. Die beiden werden von der Gestapo verhaftet.
Tagelang wird Sophie von dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr verhört. Anfangs gelingt es ihr, den erfahrenen Kriminalisten zu täuschen. Dann aber gesteht ihr Bruder, die Flugblätter gedruckt und verteilt zu haben. Nun gibt auch Sophie zu, Mitglied der „Weißen Rose“ zu sein und bekennt sich offen zu ihren Idealen. Durch ihr Geständnis versucht sie, die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ zu schützen. Sophie weicht auch dann nicht von ihrer Überzeugung ab, als Mohr anbietet, ihr Leben zu retten. „Vor 70 Jahren – Hinrichtung der Geschwister Scholl“ das Thema am Samstag, dem 23.02. 2013, ab 20:15 Uhr auf Tagesschau 24!

Text von hier

In der nördlichsten Stadt erinnerten Schüler heute mit einer Mahnwache an diesen Tag.

010 011

Das finde ich toll – ich hoffe nicht,  dass ihr Geschichtslehrer sie dazu gezwungen hat …

Eine Buchempfehlung  für Kinder ab 9

Barbara Sichtermann: Wer war Sophie Scholl?

Wer nach vorne schaut,

bleibt länger jung.

So lautet der Vortrag von Henning Scherf, den ich in dieser Woche  besuchen werde. 

Henning Scherf, der ehemalige Bremer Bürgermeister, hat wirklich etwas zu sagen.

Sein Leben aktiv in die Hand nehmen, die Nähe anderer suchen, sich einmischen und nie die Hoffnung aufgeben: Jeder kann selbst etwas für sein Glück tun, davon ist Henning Scherf überzeugt. Ein Buch mitten aus dem Leben, über das Leben. Kämpferisch, deutlich, authentisch. Und voller Optimismus.

Sein Buch „Grau ist bunt„, in dem es um Lebensentwürfe im Alter geht, habe ich sehr gerne gelesen. Nun bin ich auf sein neuestes Werk gespannt! Aber nach vorne schauen, die kleinen Lichtblicke genießen und immer etwas haben, auf das man sich freut, ist auch mein Lebensmotto!