Totensonntag und Advent

Ich persönlich finde ja, dass Advent erst nach dem Totensonntag anfängt ….

Ich möchte gerne noch am morgigen Sonntag eine Kerze für meine Eltern und alle anderen Menschen, die von uns gegangen sind, aufstellen. Es ist wichtig und  gut, dass am Totensonntag aller Verstorbenen in den einzelnen Kirchengemeinden gedacht wird.

Es geht mir aber auch so, dass ich mich schon sehr auf meine Adventskiste freue (meistens ist irgendwas drin, an das ich mich nicht mehr erinnern kann und dann ist die Überraschung natürlich sehr groß). Außerdem bin ich durch schulische Vorbereitungen schon seit längerer dem Adventsvirus praktisch täglich ausgesetzt

Gestern fuhr mein Auto (ich glaube, gegen meinen Willen) zu dem Gärtner meines Vertrauens und hielt an,  als wenn es wusste, dass es dort wunderbare Gestecke und weihnachtlichen Tüddelkram aller Art zu finden gibt.

Und ein Pilz ist ja nicht wirklich weihnachtlich und auch ein Engel kann doch auch ganzjährig seinen Dienst tun und sollte in keinem Haushalt fehlen…010

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Für die LeserInnen, die gespannt auf den Ausgang der Wundertütengeschichte warten: 40 Tüten gemacht, alle nach einer halben Stunde weg…

Sehr gut hat mir übrigens diese Idee gefallen: Zutaten für Kekse in einem Glas gestapelt und Rezept dazu…

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Der morgen danach – Zeitzeugnisse

Die Kirchengemeinde in Flensburg hatte heute zum Gedenken an die Novemberpogrome vor 75 Jahren eine Veranstaltung vorbereitet.

Texte von Zeitzeugen wurden (teilweise auch auf plattdeutsch) gelesen und mit musikalischen Einlagen untermalt.

Sehr beeindruckt hat mich der plattdeutsche Text, den eine schon betagte Dame vorgetragen hat. Es ging um den Überfall auf das Gut Jägerlust, das im Besitz einer jüdischen Familie namens Wolff war. Hier wurden junge Männer vor ihrer Auswanderung nach Palästina landwirtschaftlich ausgebildet.

In der Nacht zum 10.November 1938 wurde das Gut, das hier ganz in der Nähe war, von Schlägertruppen heimgesucht, alles zerstört und die Menschen verhaftet.

Lediglich der Besitzer des Gutes konnte sich schwer verletzt über die nahe dänische Grenze retten. Die Schläger kamen aus der Nähe, aus vielen Familien waren Söhne dabei. Der Bericht des Zeitzeugen endete mit dem Satz: „Und min Broder weer ok dorbi.“

Es war, besonders durch diese regionalen Bezüge, eine sehr außergewöhnliche Veranstaltung. Noch dazu waren sehr viele Menschen zu dieser Veranstaltung gekommen, das lässt hoffen!

 

 

Momente….

Schon als Kind war ich auf irgendeine komische Weise fasziniert von besonderen Momenten. Immer wieder versuchte ich mir, kleine Situationen einzuprägen, die ich nie mehr vergessen wollte. Ich erinnere mich bis heute z.B. an so einen „Merkichmir – Moment“, als das örtliche Laternelaufen mit einem gemeinsamen Lied rund um die Dorfeiche endete.

Auch das Drücken des erhitzten Bügeleisens an die Tür der „Kammer“ gehört zu solchen Momenten… das Muster befand sich übrigens noch beim Verkauf des Hauses fast 50 Jahre später dort.

Mir Momente einzuprägen, die für mich eine besondere Bedeutung haben, das versuche ich bis heute. Manchmal fällt es mir schwer diese kleinen Situationen oder Bilder zu erkennen, ein Ohr oder ein Auge für sie zu haben. Zu schnell rast der Alltag  vorbei -und wird immer schneller.

Aber gestern morgen  gab es mal  wieder so einen Moment … Die inzwischen erwachsenen Kinder mit dem Enkel bei uns im Elternbett, mitsamt Spielzeug, Zeitung und Büchern – das merk ich mir!

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Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit mindestens einem schönen Moment zum Merken!

 

Wie motiviere ich mich?

Diese Frage stellte sich  heute gerade Gudrun, während sie an ihrem ambitionierten Projekt arbeitet.

Nichts gelingt ohne Motivation, ohne, dass man Spaß an etwas hat. Selbst eine verhasste Arbeit geht  besser von der Hand, wenn ich mich dazu motivieren kann (typische Beispiel: Bügeln beim Fernsehen)

Dabei muss man unterscheiden. Es gibt die innere Motivation, bedeutet:  Ich bin selbst voll der Kraft und der Freude und genieße z.B. 100 Fäden bei meiner nervigen Strickjacke zu vernähen.

Und es gibt die äußere Motivation, um bei diesem Beispiel zu bleiben: Ich darf erst mit meiner Freundin in den ultragenialen Strickladen an der Schlei fahren, wenn ich dabei diese besagte Jacke anziehen kann….

Äußere Motivation wäre es auch, wenn plötzlich alle BloggerInnen beginnen würden, sich gegenseitig anzuspornen, zu begeistern und bei schwierigen Projekten zu unterstützen.

In der Schule bekommen die Kinder manchmal Fleißkärtchen, Hausaufgabengutscheine oder bunte Sticker..

.See full size image (Quelle: http://www.zaubereinmaleins.de)

Vielleicht kann man sowas ja auch mal virtuell durch die Gegend schicken

Ich fange gleich mal an:

Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich von euren Ideen und eurem Schwung lese, seien es eigene Texte,tolle Fotos,  kreative Kleidungsideen  oder reale Aufbrüche in ein neues Leben. Toll, dass ihr uns daran teilhaben lasst.

So und nun vernähe ich noch ein paar Fäden, bevor ich mein verstimmtes Klavier malträtieren…

Was gut tut: schwänzen

Bei Frau Kreativberg lese ich immer sehr gerne ihre Beiträge zum Thema: Was gut tut.

Jetzt habe ich mir ihre schöne Idee einmal „ausgeliehen“ und das getan, was mir gut  tut: Nämlich nach einer schlechten Nacht und einem langen Tag einfach einen abendlichen Termin (es geht um kommunale Politik) zu schwänzen. Zuerst meldete sich noch so etwas wie ein schlechtes Gewissen, aber nun sitze ich entspannt an meine Computer. Ich merke immer wieder, dass ich mehr Freiräume für mich brauche – der Gedanke daran, dass alle Abende in einer Woche schon „belegt“ sind, verursacht ein ungutes Gefühl.

Früher hatte ich eher das Bedürfnis viel zu unternehmen und mit vielen Menschen zusammen zu kommen. Heute genieße ich es, wenn es um mich herum ruhig ist, vielleicht leise Musik oder einfach nur lesen oder stricken. Das liegt sicher zum einen an dem Lärm, dem ich ja täglich zumindest zeitweise ausgesetzt bin. Aber ein bisschen gebe ich auch dem „Alter“ die Schuld.

Ist das bei euch auch so? Oder leide nur ich unter zunehmender Häuslichkeit???

Kinder, Kinder….

Einen Rucksack voller Erwartungen schleppen sie mit, unsere Kinder. Besser sollen sie es mal haben, eine gute Ausbildung, immer genug Geld und natürlich viele Freunde. Ach ja, sportlich auch noch und gesellschaftlich anerkannt.

Ich sehe die Gesichter der Kinder bei ihrer Einschulung, den Blick der Eltern, der Verwandten und der Freunde. Es gibt immer weniger Kinder in den Familien, ein einziges Kind muss oft zahlreiche Erwartungen erfüllen. Lasst eure Kinder noch ein bisschen Kind sein, denke ich und weiß auch, welche Sorgen die Eltern umtreiben…

Und ich sehe mich selbst als Mutter, pottenstolz natürlich – aber auch nachdenklich. Warum gehen die Kinder einfach  ihre eigenen Wege? Nehmen unsere durchdachten und klugen Ratschläge nicht an? Warum ist es oft so schwer zu akzeptieren, dass die eigenen Kinder nicht so sind, wie wir es von uns selbst erträumt haben? Ein bisschen mehr Toleranz wäre nicht schlecht, einfach zu sagen: Ich finde dich toll. Und  es macht auch gar nichts, dass Kind 2 jetzt ein fettes Tatoo auf dem Arm hat: Why be normal??Ja warum eigentlich…