Thymian und Steine

Nun endlich die Besprechung des Buches „Thymian und Steine“ von Sumaya Farhat – Nasse

r.

Schon im September des letzten Jahres rief Stefanie Leo in ihrem Blog: Leben:Lesen:Lachen  zu einer Leseaktion rund um Thema Israel und Palästina auf. „Lies eins dieser Bücher und berichte darüber,“ lautete das Motto. Ich hatte mich für das oben genannte Buch beworben und bekam es auch prompt zugeschickt. Und wie es immer so ist, dauerte es doch einige Zeit, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Das lag allerdings nicht an der wirklich eindrucksvollen Lebensgeschichte von Sumaya Farhat – Naser.

1. Inhalt:

Sumaya, im Jahr der Staatsgründung Israels geboren, schildert zunächst ihre Kindheit. In großer Armut wuchs sie in einer christlichen, männerdominierten Familie auf. Das Leben in der Nähe der Stadt Birseit (heutiges Westjordanland) war von Arbeit und Entbehrungen geprägt.  Durch glückliche Umstände kann Sumaya ihr Schulausbildung in einem christlichen Internat fortsetzen und gelangt danach nach Deutschland. Hier kann sie trotz der vielen Widerstände ihr Studium aufnehmen. Sieben Jahre später kehrt sie in ihre Heimat zurück. Dort kämpft sie seitdem an der Universität für die Gleichberechtigung der Palästinenser aber auch für Frauenrechte. Sie zeichnet ein erschütterndes Bild der Unterdrückung der Palästinenser.

2. Bewertung

Die obige Zusammenfassung macht in keiner Weise deutlich unter welchen Bedingungen Sumaya Farhat – Naser ihre Ausbildung und ihre Promotion geschafft hat. So viele Steine sind ihr in den Weg gelegt worden und trotzdem hat sie bis heute nicht aufgegeben. Selbst als durch die israelische Seite versucht wurde, sie und andere Intellektuelle durch massive Repressalien zur Ausreise zu bewegen, ist sie standhaft geblieben. Dabei musste sie auch persönlich viel Leid erdulden und mit ansehen.

Was hat mich an dem Buch besonders bewegt?

– eine Autorin, die immer ihren Weg der Befreiung weitergeht;

– eine Autorin, die sich auch durch schlimme Rückschläge, Beleidigungen, Verletzungen und Demütigungen nicht von ihrem Weg abbringen lässt;

– eine Autorin, die immer den Weg des Verstehens und der friedvollen Auseinandersetzung sucht und so viele Denkanstöße gibt;

– eine Autorin, die ihre Lehrtätigkeit auch unter aller widrigsten Bedingungen fortsetzt;

– eine Autorin, die immer wieder auf die gegnerische Seite zugeht, Gespräche und Gemeinsamkeiten sucht.

Vielen für den Lesetipp, liebe Stefanie. Das Buch hat viele Leser verdient!

Nun ein paar Links zu Sumaya Farhat – Naser

1. Wikipediaartikel

2. Im Schatten des Feigenbaums (ein weiteres Buch der Autorin)

3. https://www.youtube.com/watch?v=zppBx-hsV0Y

 

 

Advertisements

11 Gedanken zu “Thymian und Steine

      • Oh Verwandte in Israel, ich habe „nur“ meine Freundin Vivi in Jerusalem.
        Da haben wir sie auch mal besucht.
        Es ist wahrlich schlimm, was sich dort tut.

  1. Danke für den Buchtipp, liebe Rana. Ich werde mir das in jedem Fall auf die Muss-Lesen-Liste setzen…
    Ich wünsche dir und deinen Lieben einen unbeschwerten und schönen Rutsch ins neue Jahr.
    Herzliche Grüße!

    • Für das Jahr 2015 habe ich nun ein Lesetagebuch angelegt, in das ich alle meine gelesenen Bücher eintragen werde. Bin mal gespannt, wie viele da so in einem Jahr zusammen kommen…

  2. Das Buch liegt bereits bei mir am Bett und ich habe auch schon angefangen, es zu lesen. Leider hatte ich die letzten Tage eher weniger Zeit dazu, aber bereits die ersten Seiten haben mich in den Bann gezogen.
    Ich wünsche Euch einen guten Rutsch, einen wundervollen Jahreswechsel und alles erdenklich Liebe und Gute für 2015.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s