Wääääääää 19008

Heute wäre ich fast erstunken – nur damit ihr mal wisst, wie gefährlich so ein Lehrkörper lebt. Schon in den letzten Tagen fiel mir in einer Klasse ein wohl übler Geruch auf – so zwischen Käsefuß und vergammeltem Fisch (brrrrrrrrrrr… oder so).

Hatte ich zunächst noch gedacht, naja die Winterstiefel von dem Kind gaaanz vorne sollten mal richtig gut gelüftet werden, war mir heute klar: Hier ist die Verwesung von was – auch -immer -schon flott voran geschritten…

Nun schickte ich den vermuteten Übeltäter samt seiner Schultasche nach draußen, um den Inhalt der Tasche zu durchforschen – und siehe da: Alte Plastiktüten mit nicht mehr unbedingt zu erkennenden Essensresten im fortgeschritten Stadium der Auflösung kamen zum Vorschein, brechwürg…  Ich frage mich (nein ich frage mich das eigentlich nicht), wer denn da mal  schon vielleicht vor zwei Wochen hätte reinschauen sollen??? Und wie hat es denn im Heim des Schulranzens gestunken? Okay, ich mach heut´mal Diät…

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19 Gedanken zu “Wääääääää 19008

  1. Über solche Erscheinungen habe ich mich auch immer gewundert. Es war uns damals unglaublich peinlich, dass wir einen Staranwalt heimsuchen mussten, weil sein Sohn dreckig zur Schule kam und seit Tagen keine Schnürsenkel in den Schuhen hatte. Wir haben uns geschämt. Ich glaube Fremdschämen nennt man das. Sohni bekam ein neues Spiel für die Konsole. Und gut.

    Liebe Rana, ich finde es gut, dass du den Knirps mit rausgenommen hast. Und dass du dich überhaupt gekümmert hast, Du hast meine Hochachtung.

    Liebe Grüße von der Gudrun

    • Es stecken oftmals wirklich fürchterliche familiäre Situationen dahinter. Wie wenig Zuwendung bekommt so ein Kind, wenn so etwas überhaupt nicht bemerkt wird. Man schreibt so ein wenig spöttisch darüber, aber es ist eine Katastrophe für das Kind.

      • Ja, ich weiß.
        Ach, liebe Rana, neulich rief es mich ganz laut, quer über die Straße. Ein junger Mann kam gelaufen und begrüßte mich. Er war damals in der ersten Klasse auch „so ein Kind“. Manchmal sieht man die Mühe erst viel später. Der junge Mann macht sein Ding. Viele andere bleiben auf der Strecke.

  2. Ich hasste als Kind Äpfel – bekam aber jeden Tag einen mit zum Pausenbrot. Wegschmeißen wollte ich die Früchte nicht, verschenken ging nicht immer, also trug ich sie in meiner Schultasche so lange spazieren, bis sie – nun, ja – nicht mehr so ganz appetitlich aussahen…

  3. Nachdem ich dies gelesen habe… einerseits liest es sich so leicht, andrerseits sind dies manchesmal auch traurige, versteckte Botschaften. Beschämend alle mal für so einen Knirps, wenn es erkannt wird. Die Frage: warum hat er die Reste nicht einfach weggeworfen?? Die Aufmerksamkeitssuche geht manchesmal versteckte Wege. Schön – wenn dann eine einfühlsame Lehrerin da ist.

  4. Tja, da ist wohl niemand daheim, der so etwas merken könnte.
    Traurig. Denn normal wäre das ja aufgefallen.
    Aber wenn die Eltern sich nicht kümmern. Nur immer wieder Brote für den Sohn fertigmachen, ohne zu wissen, ob er solche überhaupt mag.
    Das hast du gut gemacht. Ihn nicht vor der ganzen Klasse bloßgestellt.
    Leidtun kann er einem echt.
    Dass dir der Appetit vergangen ist, kann ich mir lebhaft vorstellen.

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