Es stinkt zum Himmel

Im schönen Friesenland scheint heute die Sonne. Doch die Freude an der schönen Natur endet sofort, wenn man vor die Tür tritt. Ein beißender Güllegestank(zum Glück gibt es doch kein Geruchsblog) zieht durch das Land zwischen den Meeren. Die Sperrfrist zur Aufbringung der Gülle auf die Felder  ist Ende Januar abgelaufen, der Boden ist jedoch noch gefroren und auch wenn das Thermometer tagsüber über Null anzeigt, kann der Boden die stinkende Masse nicht aufnehmen. Da aber die Gülletanks der Bauern überlaufen, riskieren viele Landwirte notgedrungen eine Anzeige und entledigen sich der stinkenden Brühe.

Etwas ist faul im Staate, wie z.B. die Massentierhaltung. Die Misthaufen meiner Kindheit verströmten nicht annähernd so einen penetranten „Duft“… und jeder Bauer konnte die Menge an Ausscheidungen seiner Tiere ohne Probleme auf seinem Misthaufen unterbringen.

Dann höre ich heute in den Nachrichten vom „Pferdefleischskandal“ – wobei der eigentliche Skandal meiner Meinung nicht darin liegt, dass Menschen Pferdefleisch essen… denke ich doch nur an die leckeren Rossbratwürstchen, die es früher auf dem Jahrmarkt gab. Vielmehr gelangt wieder einmal mit Schmerzmitteln „angereichertes“ Fleisch in den Handel. Wenn man allerdings jedes Untersuchungsergebnis gerade von Puten- und Schweinefleisch veröffentlichen würde… Diese Tiere sind ja in der Masse nur durch reichliche Antibiotikabeigabe überhaupt zu züchten. Wir müssen uns nicht wundern, wenn wir plötzlich gegen alle möglichen Antibiotika resistent sind!

Also: Esst weniger Fleisch und wenn, dann von guter Qualität – die kostet halt ihren Preis!

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16 Gedanken zu “Es stinkt zum Himmel

  1. Ganz meine Meinung! Ganz auf Fleisch zu verzichten erscheint mir noch unvorstellbar, aber ich brauche nicht jeden Abend ein Steak oder Schinkenwürfel in jedem Essen. Wild aus heimischen Gebieten ist zum Beispiel eine, zwar nicht so ganz billige, aber gute Alternative. Obwohl ich selbst damit mehr und mehr ein Problem bekomme. Zugucken beim Jagen könnte ich nämlich auch nicht. Dazukommt, dass ich schon sehr häufig gelesen habe, dass kein oder geringer Fleischkonsum langfristig gesünder sein soll. Was dran ist, weiß ich nicht.

    Ein Thema für jeden Haushalt im Land, viele Grüße, Cali

  2. Ähm, *Klugscheißermodus an* WIR sind ja gar nicht resistent, aber die bösen Bakterien, die uns krank machen. DAS ist das Schlimme.*Klugscheißermodus aus*
    Ich finde auch, ein vernünftiger, reduzierter und ACHTSAMER Umgang mit unseren Lebensmitteltieren und ihrem Fleisch würde schon eine ganze Menge helfen.

    Grüße! N.

  3. Die Biotiere bekommen aber auch Antibiotika. War erst am Dienstag im ZDF.

    Beim P.S. gebe ich Dir absolut recht. In dem Fall ist weniger tatsächlich mehr.

    LG

  4. Mich wundert das gar nicht. Wer eine Lasagne für 1,99 aus dem Tiefkühler kauft, könnte eigentlich wissen, das da nix ordentliches drin ein kann. Solange der Verbraucher nicht umdenkt, wird es all diese Sauereien weiter geben. Nat+rlich ist das alles eine Riesen Sauerei, aber wirklich wundern bzw. aufregen tut mich das nicht mal. Geiz ist geil und gute Lebensmittel das passt eben nicht zusammen.

  5. Ich kann Dir nur zustimmen. Auch was den Geruch angeht. Wir waren letztes Jahr auf einem Bauernhof, wo alte Schweinerassen, freilaufend gehalten wurden. Wie Veilchen haben die nicht gerochen, klar. Aber es war kein ekliger Gestank dort sondern natürlicher Kotgeruch. Ist ein Unterschied!
    Ich ess gerne vegetarisch aber nicht ausschliesslich. Deshalb bin ich froh, dass ich jetzt auf dem Wochenmarkt einen Metzger gefunden habe, der die Tiere noch artgerecht hält. (War auf Bildern zu sehen). Da der Hof nur 20 km weg ist, schaun wir uns den im Sommer mal an. Das Fleisch von dort ist auf jeden Fall ganz anders, schmeckt anders, sieht anders aus. Kostet ein bisschen mehr, aber dafür ess ich’s halt nur ab und zu. Wenigstens beim Essen können wir ja zum Glück entscheiden, was wir wollen und was nicht.
    Lieben Gruß von Sabine

  6. Da fällt mir doch die Doku „Food“ ein. Es geht da nicht mehr um Höfe sondern ausschließlich um Industrie. Und dieses veränderte Bild vom Industrie-Huhn -schwein oder -rind schwappte bereits vor längerer Zeit zu uns über den Teich. Ich frag mich: Wo ist nur unser Respekt den Nutztieren gegenüber geblieben?

  7. Früher haben sich die Bauern auf über viele Generationen erprobte Erfahrungen und ihre Instinkte, ihr Bauchgefühl verlassen. Heute sind sie in ein schier unerträgliches Geschirr und Zaumzeug von Gesetzen und Verordnungen gezwängt. Kein Wunder, dass bei uns nicht nur die Äcker und Weiden gen Himmel stinken…

  8. Dieser penetrante Geruch kommt außerdem von dem Futter das die Tiere zum Fraß vorgesetzt bekommen, den der Mensch dann als Fraß weitergeleitet bekommt. Um immer mehr Profit daraus zu schlagen. Allerdings, bei Pferdefleisch – sorry das mag ich nicht mehr essen. Seit ich in so treue Pferdeaugen blicken durfte, mag ich das nun wirklich nicht mehr.

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