Klingelstreich – oder: Früher war alles besser…

Ach, die Jugend von heute ist auch nicht mehr das, was wir mal waren…

Gestern also nun: klingelingeling (oder so) – jedenfalls schritt der Gatte zur Tür, öffnete diese und sah: nichts… Wir hätten früher nun flott das Weite gesucht und uns uns still an dem verdutzten Gesicht des „Opfers“ gefreut.

Nicht so die kleinen Halbstarken von heute. Aus der Sicherheit des Dunkels huben sie  an, den Gatten mit allerlei wirklich unfeinen Schimpfwörtern zu bedenken . Du A***f*cker war noch eins der nettesten. Nun muss man wissen, dass der Vater des Gatten dermaleinst ein Dorfpolizist war und somit sowas von „Rächer der Enterbten“ in der Familie väterlicherseits steckt. Also stürzte der Gatte, notdürftig bekleidet, hinaus in die winterliche Kälte und nahm die Verfolgung der nichts nutzen Brut auf. Derweil saß das treusorgende Weib (also ich!) im Heim und wartete.

Nachdem nun etwa 30 Minuten ins Land gegangen waren, stellte ich in Gedanken schon einen kleinen Suchtrupp zusammen, sah ich doch den Gatten schon von den kleinen Banditen gefesselt an einem Baum erfrieren….

Etwa eine Dreiviertelstunde später kam der Jäger heim, nein erwischt hatte er sie nicht – aber praktisch so lange verfolgt, bis er sie endgültig in die Flucht geschlagen hatte. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was das für einen Eindruck bei abendlichen Spaziergängern gemacht hat – ein böser Onkel verfolgt harmlose kleine Jungs… Auf jeden Fall habe ich nun weitere Nachforschungen verboten, dafür gab es dann auch ein Kühlkissen für das überbeanspruchte Knie  (aber pssst, nicht weitersagen…).

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10 Gedanken zu “Klingelstreich – oder: Früher war alles besser…

  1. Hahaha, ich seh das vor mir…
    Hat Papa erzählt, dass Kröte und ich euch bald besuchen kommen? Gut, ne? Einfach selber eingeladen.
    Habe übrigens gestern eine mail von G und B bekommen.
    Knus

  2. Mein Vater wäre auch losgesaust, weil er eben auch mal im Dorfe der Ordnungshüter war. Und die sind das immer. Ein für alle Mal. 😀
    Muss der Gatte wenigstens lachen, wenn er das von dir Geschriebene liest?
    (Diese Schimpfwörter gehören allerdings, glaube ich, fest zum Sprachgebrauch, mancher Jugendlicher. Lässt man sie allerdings in einem Diktat …)
    Gruß von der Gudrun

  3. Männer brauchen das halt manchmal, das Gefühl der Jäger zu sein, oder der Beschützer der Geplagten. Meiner lebt das beim Fliegenfangen aus 🙂
    Lieben Gruß
    Sabine

  4. Ach du meine Güte.
    Uns ist mal passiert, dass sie uns mit ihren Rädern den Weg versperrten. Das wurde schon arg haarig. Dann ist mein Mann nämlich mal absichtlich in ein Rad – beim Gehen – getreten. Ging halt nicht anders, sie ließen uns ja keinen Platz. Huch damit hatten sie nicht gerechnet.
    Und ich hatte fleißig Fotos gemacht. Das gehagte ihnen natürlich auch nicht sonderlich. Irgendwann ließen sie dann ab.

  5. Leicht bekleidet in der Kälte müsste das Knie ja gekühlt genug gewesen sein. Aber nach solcherart Heldentat darf Mann natürlich etwas leiden. Wir fühlen uns beschützt und dankens dem Retter. ;D

    Grüße! N.

  6. Mein Vater ist lange, lange Jahre Lehrer an unserer kleinen Dorfschule gewesen. Da wurden wir zuhause sehr oft durch Klingelstreiche aufgeschreckt, auch durch wenig schmeichelhafte anonyme Anrufe – hauptsächlich nach den Zeugnis-Verteilungen… Liebe Grüße an den Gemahl, und gute Besserung für das Knie!

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