Kinderrechte

Ich habe, darauf gestoßen durch einen Artikel vom haushundhirschblog, eine Sendung im WDR gesehen: Sektenkinder

Hat jemand diesen Beitrag zufällig gesehen?

Noch immer sehe ich Szenen aus dem Film vor mir, Kindern denen die unten aufgelisteten Grundrechte verwehrt werden. Manches kann einem wirklich die Tränen in die Augen treiben. Gleichzeitig habe ich hier mal die Kurzfassung der „Kindergrundrechte der UN“ abgeschrieben. In Deutschland und sicher auch in anderen Ländern (das weiß ich nicht so genau) ist es sehr schwer, Kinder  aus den Familien zu nehmen. Nur wenn eine akute „Kindeswohlgefährdung“ vorliegt, ist das möglich. Nach diesem Film, aber auch nach allerlei anderen Erlebnissen, kommen mir an dieser Praxis Zweifel. Immer mehr halte ich es für besser, dass wir qualifizierte Einrichtungen schaffen, die die Kinder auffangen, ihnen ein liebevolles, strukturiertes und kindgemäßes Leben bieten und ihnen später einmal ein selbständiges Leben ermöglichen.

Das kostet Geld —- armes Deutschland!

Die 10 Grundrechte der Kinder
1. Das Recht auf Gleichbehandlung
2. Das Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit
3. Das Recht auf ausreichende und gesunde Ernährung
4. Das Recht auf Gesundheit und somit auf angemessene Pflege
und Behandlung
5. Das Recht auf Bildung und Ausbildung
6. Das Recht auf eine Familie, Fürsorge und ein sicheres Zuhause
7. Das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung
8. Das Recht sich zu informieren, seine Meinung zu äußern und
angehört zu werden
9. Das Recht auf Schutz vor Gewalt, Ausnutzung und Verfolgung
10. Das Recht auf speziellen Schutz für Flüchtlingskinder oder
Kinder mit einer Behinderung

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13 Gedanken zu “Kinderrechte

  1. Ich war ziemlich bewegt von dem Scientologie-Film, den die ARD gedreht hatte (unter strengster Geheimhaltung). Ist schon ein bisschen her. Und von dem Umgang mit den Kindern erschüttert.
    Manchmal denke ich, dass das Mittelalter noch nicht überwunden ist, nur besser getarnt.

    Grüße! N.

  2. Ich habe den Film nicht gesehen. Aber mit armes Deutschland hast Du absolut recht. Mir reichen schon die ganzen Berichte, die man sonst so im TV oder in der Presse verfolgt und teilweise, was meine Kids erzählen schockiert mich auch.

    Schön, dass Du auf die Grundrechte der Kinder aufmerksam machst. Kann man nicht oft genug sagen.

    LG

  3. Liebe Rana,
    ich danke dir, dass du das Thema aufgegriffen hast. Es gibt so viele Menschen, die sich auf diesem Gebiet engagieren und die immer wieder ausgebremst werden. Damals, als ich noch im Hort war, hatten wir eine pensionierte Grundschullehrerin, die Flüchtlingskindern die deutsche Sprache beibringen wollte. Sie sollten dann auch die Schule besuchen dürfen. Leider ging das nicht lange gut. Das war im Schulgebäude unerwünscht, in den Hort und in die Schule durfeten diese Kinder auch nicht. Die anderen Kinder hatten kein Problem mit den Flüchtlingskindern.

  4. Ich habe den Film nicht gesehen. Aber ich kenne ein paar Fälle aus meinem Bekanntenkreis. In dem einen Fall sind die Eltern bei den Zeugen Jehova gewesen, im anderen Fall bei den Baghwans.
    Und die Kinder haben es heute – als Erwachsene – sehr schwer. Die Kinder aus dem 1. Fall sind zwar mit Hurra bei den Zeugen ausgetreten, aber dafür in eine Satanistensekte geraten. Das ist wirklich nicht lustig.
    Natürlich haben auch die Eltern ein Recht auf die Ausübung ihrer Religion und meinen, das Beste für ihre Kinder zu tun, wenn sie mit ihnen zur Scientologie oder so rennen.
    Das Problem bei vielen Gruppierungen ist aber leider, dass das Selberdenken verboten ist und die Kinder nicht so leicht lernen können, zu unterscheiden, was gut für sie ist und was schlecht und Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Wege zu gehen.
    LG
    Sabienes

  5. ich hab den film nicht gesehen, aber gestern nacht noch in das video reingeschaut. mir wurde und wird ganz schlecht, wenn ich dieses selbstgerechte gehabe sehe und daneben die kinder, die an leib und seele verkommen. und da behauptet das jugendamt nichts unternehmen zu können. muss denn erst ein kind verhungern oder den freitod wählen? ich bin erschüttert, dass eltern so wenig gefühl für ihre kinder haben und entsetzt über so viel gleichgültigkeit der behörden.
    lg sabine

  6. Ja, den Film kenne ich und auch einige Fälle aus meinem Umfeld. Und bin auch mit der Problematik konfrontiert gewesen, dass es sehr schwierig ist etwas bewegen zu können. Wer einmal die ‚Fälle‘ zählt und danach das zuständige Personal eines Jugendamtes, braucht die Antwort nicht zu suchen. Die J.ämter müssen sich außerdem auf Gutachten stützen, die oft nicht so ausfallen wie man erhofft. Meist muss erst etwas passieren, müssen Schädigungen klar erkennbar werden. Selbst die Richter entäuschen hin und wieder in ihrem Urteil zum Kindeswohl und schränken J-ä. in ihren Handlungsmöglichkeiten ein. Es geht nach dem Gesetz und nicht unbedingt nach gesundem Menschenverstand. Vielleicht sind es diese Umstände, dass engagierte Mitarbeiter in den Ämtern immer weniger werden.

  7. Leider geht es wirklich immer nach dem Gesetz, sowohl was generelle Kindeswohlgefährdung in Familien angeht, als auch zum Beispiel innerhalb des Umgangsrechts. So lange es nicht wiederholt gebrochene Knochen gibt, schreitet niemand ein. Von den gebrochenen Seelen will niemand etwas wissen. Ich habe hier auch schon die Erfahrung gemacht, das selbst die von Nachbarn zu Hilfe gerufene Polizei nichts unternimmt und das „etwas härtere Anpacken von Kindern“, das ununterbrochene Niederschreien und Demütigen gutheisst, so lange keine Blutlache zu finden ist. Traurig. Zumal ich in dem speziellen Fall tagtäglich hören kann, dass die Kinder sich immer mehr anpassen und sich inzwischen genauso verhalten, zwangsläufig. The next Generation.
    In dem Fall ist der Vater übrigens Pädagoge, wie er immer wieder betont…

    Lieber Gruß,
    Katja

    • Ich komme auch immer mehr zu der Erkenntnis, dass „der Staat“ Kinder früher aus den Familien nehmen sollte – heftig was alles nicht als Kindeswohlgefährdung gesehen wird…

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