Wie sich die Zeiten ändern

Heute war ich beim Friseur und beobachtete im Spiegel  eine Mutter mit ihren zwei, sagen wir mal so mittelprächtig bis gar nicht erzogenen Jungs, so zwischen 6 und 8 Jahren.

Die beiden hatten alle möglichen Wünsche zu ihrer Haarpracht, Irokese und Zickzackmuster, Gel und was weiß ich noch alles. Das taten sie lauthals und mit großer Selbstverständlichkeit kund .(Eine Kopfmassage bekamen sie erstaunlicher Weise nicht…)

Da musste ich daran denken, wie es „früher“ mit meinen ehrlich gesagt ziemlich wilden und nervigen  Brüdern war. Wenn  damals Frisör angesagt war, erhob sich Zeter und Mordio. Nein, sie wollten nicht und blärrten nervtötend herum. Ich weiß bis heute noch nicht, warum eigentlich…

Jedenfalls wollte mein Vater sich dieses Theater nicht wieder bieten lassen, er fuchtelte mit dem Rohrstock herum (den er, das sei ehrenhalber gesagt, wirklich kaum benutzte), und nahm diesen Stock unter seinem Mantel mit den plötzlich ganz braven Buben mit zum Frisör. Da gab es dann „Jungshaarschnitt“ ohne Murren..

Ja, so waren die Zeiten! Irgendwie so dazwischen, das wär´s, oder?

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8 Gedanken zu “Wie sich die Zeiten ändern

  1. beim sohn war friseur in dem alter auch kein thema, ich mochte es wenn er zumindest kinnlange haare hatte, er wollte als er in die schule kam kurze, bekam er auch. was uns allerdings in erstaunen versetzte war, er trug zu festlichen anlässen – omas geburtstag, weihnachten – gerne hemd mit fliege. in meiner kindheit und jugend hätte man den jungs weiß nicht was versprechen können, freiwillig hätten die keine fliege getragen. mit 9-10 jahren hat es aufgehört und wurde durch die checker-phase abgelöst.
    ich hoffe, du bist mit deinem haarschnitt zufrieden! lieben gruß von sabine

  2. Als wir mit dem Junior von Martin hier mal beim Frisör waren, wollte er unbedingt Irokesenschnitt. Wir dachten nur an den möglichen Ärger mit der Mutter, aber meine Freundin und Friseuse meinte dann zu ihm: Mach ich Dir, anpassen mußt Du Dich noch früh genug. Wenn Du willst, färb ich Dir die Haare auch blau“ Da saßen Martin und ich da… okay Kompromiss war ein leichter Irokesenschnitt, den man runterkämmen konnte :mrgreen: Stolz ist er damit dann in der Kirche erschienen, zu unserer Hochzeit. Ich vermute, inzwischen muß er sich schon anpassen und finde, meine Freundin hatte damals recht.

    • Ich finde auch deine Freundin hatte recht und wünschte mir, dass auch den meisten anderen Erwachsenen klar werden würde, dass es nur Haare sind, und es keine haargewordene Rebellion gibt (außer in ihren Vorstellungen von Norm und Un-Norm). Darüber hinaus wären ein paar erwachsene Rebellen mehr sehr erfrischend. Viele Grüße, Cali

  3. Also wenn es nach mir ginge hätte das Kind einen Kurzhaarschnitt, aber er lässt gerade wachsen… Und sein Vater unterstützt ihn auch noch dabei. *grmpf* Ein bisschen mehr Autorität wäre da wirklich nicht schlecht. 😉

    LG

  4. Meine beiden Töchter haben es geschafft, über 1,5 Jahre nicht zum Friseur zu gehen – weil sie nicht wollten und ich es ihnen habe durchgehen lassen, weil ich selber bis zum 12ten Lebensjahr unter dem von meiner Mutter verordneten Mireille Mathhieu(schreibt man die so?)-Schnitt gelitten haben. Resultat: Seit dem Sommer haben sie beide superkurze Pagenköpfe…und sehen total süß damit aus. Wachsen sollen die Haare trotzdem wieder, diesmal werde ich mich allerdings beim viertel-jährlichen Nachschneiden durchsetzten….

  5. Stimmt, gut wäre irgendetwas dazwischen. Mein Vater hatte keinen Rohrstock und ich bin trotzdem ganz brav zum Frisör getrottet, aber angestunken hat mich das immemr sehr. Ich kam mir dann immer so „gerade“ und poliert vor. Das passte nicht zu mir. Ich wusste das, hab das aber schön für mich behalten. Frisör war immer noch besser, als wenn mein Vater den Ponny schnitt. Der endete dann einen Zentimeter unter Stirnansatz. 😀
    Einen Gruß in den Norden

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