Berufsbilder

Früher, ach ja, da lernte man einen Beruf, den jeder kannte. Sei es ein Handwerk, das ja bekanntlich goldenen Boden hat oder etwas anderes, mit dem man sich und ggf. seine Familie ernähren konnte. Das hat sich ja heute völlig geändert. Oftmals kann mit seiner Arbeit nicht mehr genug für den Lebensunterhalt zusammenkratzen, auch wenn  man sich wirklich den Buckel krummschuftet.

Zum anderen erlernt man heute Berufe, deren Name nur für Eingeweihte wirklich einen Hinweis auf das tatsächliche Tun enthält. Da frage ich mich zum Beispiel, warum man früher Lehramt studierte, heute jedoch plötzlich einen Bachelor in Vermittlungswissenschaften machen muss. Und was jemand für eine Arbeit macht, der „Internationales Management“ studiert hat, weiß ich auch nicht so genau..

Bis heute habe ich nicht herausgefunden, was der Schwiegersohn eigentlich für ein langjähriges Studium absolviert hat, in dem es um „Oplevelsesökonomie“(Erlebniswirschaft) ging. Nun hat er einen Job, aber was er da macht? Fragt mich nicht…

Automechaniker gibt es irgendwie auch nicht mehr, glaube ich, es sind jetzt Mechatroniker und selbst ein Hausmeister wir heute „Facilitymanager“ genannt. Ist die Arbeit nun aufgewertet, gibt es womöglich mehr Geld dafür? Ich vermute es ehrlich gesagt nicht.Eigentlich könnte man doch auf diese wohlklingenden Namen verzichten, Hauptsache, man kann von seinem Job sich und seine Familie ernähren, oder?

Advertisements

14 Gedanken zu “Berufsbilder

  1. Die Bezeichnungen klingen hochtrabender, die Bezahlung erinnert dann meistens eher an weniger qualifiziertes… vor allem durch die Beulenpest Leiharbeit und die Generation Praktikum hat ihren Namen ja auch nicht von irgendwo her.

  2. Noch lustiger wird es, wenn – wie jetzt beim Sohn – der Studiengang mittendrin umbenannt wird und auch andere Inhalte bekommt … ich habe aufgegeben.

    Grüße! N,

  3. lustig wirds auch bei der jobsuche. gelernte kaufrau wird ja nicht mehr gesucht und welche der phantisiebezeichnungen, bezieht sich nun auf meine fähigkeiten? echt schwierig?
    und dass menschen, die 40 stunden in der woche arbeiten sich einen zweit oder dritt-job suchen mussen um außer der miete auch noch das essen zahlen zu können (von auto und urlaub ganz zu schweigen) ist die gemeinheit dieses jahrzehnts, das darf einfach nicht sein! lieben gruß von sabine

  4. Ihr glaubt nicht, als was ich hier bei der AfA geführt werde (also dass ich Ärztin bin, ist ja kein Geheimnis … aber eben mit unorthodoxer Qualifikation): als Unternehmensberaterin!

  5. Die jungen Leute blicken da ja oft auch nicht durch. Mittlerweile gibt es sehr viele Studien- und Berufsabbrecher, wegen Fehleinschätzung des Berufs. Noch weniger kennt sich die AfA aus. Und bis heute ist mir nichts eingefallen wozu der Dipl. sich in Bachelor und Master aufteilen musste, außer dass die jungen Leute noch länger studieren müssen.

  6. Sohn 2 hat Wasser-Mehl-Techniker gelernt: Bäcker.
    Aber diese Berufsbezeichnung stammte von ihm selber im Scherz. Jetzt macht er weiter als Konditor. Ob er sich nun „Kanditierte Kirschen-Schoki-Manager“ nennen wird, weiß ich nicht.
    Die Bologna-Reform hat viel Blödsinn gebracht und bei uns in Bayern tut das Kultusministerium das Seinige noch dazu.
    LG
    Sabienes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s