Schläge

Körperliche Bestrafungen sind laut Forsa  seit 2006 nur leicht zurückgegangen. 40% der Eltern bestrafen ihr Kind mit einem Klaps auf den Po, 10% mit Ohrfeigen. JUngen werden häufiger geschlagen als Mädchen.

Und der Grund??

  • Die Kinder waren frech.
  • Sie haben nicht gehorcht.
  • Sie waren den Eltern gegenüber aggressiv.
(Quelle: dpa)

Ich finde es höchst bedenklich, wenn Eltern ihren Kindern zeigen, dass Gewalt ein Mittel zur Gewaltlösung ist. Zum anderen erlebe ich sehr häufig, dass Eltern sich nicht gegen ihre Kinder durchsetzen können, dass sie förmlich von ihnen tyrannisiert werden. Ich plädiere deshalb z.B.  für Elternschulen, die es ja vielerorts schon gibt. Muss man den Besuch eines Elternkurses verbindlich machen?

In Schweden ist die Statistik deutlich besser ausgefallen, in Frankreich dagegen deutlich schlechter.

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11 Gedanken zu “Schläge

  1. Elternschulen, Erziehungsberatung und von mir aus auch sowas wie eine „Super-Nanny“ sind eine feine Sache. Ich glaube aber, dass gerade die, die es nötig hätten, sich bei einer solchen Stelle keine Hilfe holen würden, weil sie dies ihrer Ansicht nach gar nicht nötig haben.
    LG
    Sabienes

  2. Ja, das ist sicher bedenklich, wenn Eltern das Ruestzeug fuer ihre Familie fehlt.
    Ich finde dass Konfliktloesungsstrategien bereits in Schulen regelmaessig unterrichtet und geubt werden sollten. Ein entsprechendes Schulfach fuer Familie und soziales Lernen fehlt bei uns und kann nicht ausreichend durch gelegentliche Projektarbeit ersetzt werden. Ohne diese wichtige Grundbildung und Erfahrung durchkreuzt jeder groessere Konflikt vom Schulhof auch noch samtliche Unterrichtsfaecher. Junge Eltern die keine Vorbilder hatten erziehen wie sie es kennen.

    Dass in Schweden die Statistik deutlich besser ausgefallen ist wundert nicht, aber die Strategie ist sehr zu hinterfragen, da den Eltern wohl nichts an die Hand gegeben wurde. So zeigen viele ihren Kindern keine Grenzen auf, aus Angst mit den Behoerden in Konflikt zu geraten. Da gab es mal eine Reportage dazu, die ich recht schockierend fand, weil das gerichtliche Strafmass auch auf angezeigte kleinste Verfehlungen in keinem Verhaeltnis zum Wohle der Kinder und der Familie standen. Ich fand jetzt nur einen aelteren Spiegelbericht auf die Schnelle. Wenn du lesen magst hier der Link:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14019042.html

    Die neuere Doku Reportage finde ich gerade nicht mehr. Sie basierte darauf, dass ein italienischer Urlauber in Schweden seinen Sohn, der die Straße überqueren wollte, ohne nach links und rechts zu schauen spontan abtadelte und dafuer prompt vor Gericht gestellte und verurteilt wurde. Der Vater riss sein Kind an der Schulter zurück und gab ihm einen kleinen Klaps. Dafür wanderte er ins Gefängnis und musste ein Bußgeld bezahlen. Dieser Vorfall sorgte für heftige Diskussionen ueber Amtswillkuer und Diktatur. Das brachte auch schwedische Eltern an die Oeffentlichkeit, denen es aehnlich erging und denen ueberdies auch gleich noch die Kinder genommen wurden. Es wurde ueber die grosse Verunsicherung und Angst von Eltern vor Behoerden und dem Mangel an noetigen Grenzen fuer Kinder debatiert.
    Ja, Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Das steht ausser Frage. Wie aber sieht es mit dem Recht auf Gewalt einer Behoerde aus?

    • Es ist sicher schwer, ein richtiges Maß zwischen staatlicher Einmischung und dem Recht auf Eigenverantwortung zu finden. Wenn kleine Verfehlungen unverhältnismäßig sanktioniert werden, fördert man natürlich nicht gerade Selbstkompetenz und Eigenständigkeit. Wahrscheinlich ist es aber schon zu spät, wenn man mit so einem „Fach“ erst in der Schule beginnt. Meines Erachtens müsste viel früher angesetzt werden, z.B. mit einem für alle kostenfreien Kindergarten. Mir fällt immer wieder eine Unsicherheit vieler Eltern auf, sie lassen vieles durchgehen und sind dann mit der weiteren Entwicklung der Situation überfordert. Es ist ja auch die Frage, ob eine Behörde so einen Elternschulbesuch einfordern bzw. bei Nichtbesuch sanktionieren darf.
      Viele Eltern wären m.E. durchaus dankbar, wenn man ihnen mehr Unterstützung bei der Erziehung, z.B. durch den Besuch einer Fachkraft in ihrem häuslichen Umfeld, zukommen ließe. Von Schweden habe ich allerdings auch einige bedenkliche Berichte gehört.

  3. Schläge gehen gar nicht! Das beweist ja nur, dass die Eltern nicht mehr weiter wissen und mit den Schlägen ihre körperliche Überlegenheit ausspielen…

    Diese Zahlen habe ich auch gelesen und sie haben mich doch nachdenklich gemacht. Bei meinem Sohn ist mir die Hand einmal ausgerutscht und ich schäme mich heute noch dafür…

    Ob ein Elternkurs was bringt? Ich bezweifle es.

    LG

  4. Ich glaub, Schläge sind ein Zeichen der Hilflosigkeit. Auch eines, dass man selbst vielleicht nichts anderes erfahren hat. Von Elternschulen hab ich auch schon gehört, nur frag ich mich, ob die etwas helfen, wenn ein Grundeinfühlungsvermmögen und vielleicht auch Liebe fehlt (ich meine da jetzt nicht nur die, die man den Kindern weitergibt, sondern auch, die die man selber erfährt oder auch nicht).

  5. Was können Eltern ihren Kindern beibringen, als was sie von ihren eigenen Eltern gelernt haben?
    DAS ist das Dilemma.
    Ja, Elternschulen, die könnten vielleicht in ein paar Fällen helfen.
    Es sei denn, die werden Pflicht. Aber auch da habe ich so meine Probleme mit, ob das wirklich helfen kann. Einigen sicherlich, das wäre ja schon was….

  6. Ich bin wirklich stolz, dass mir nicht ein einziges Mal die Hand ausgerutscht ist bei meinen drei Kindern. Auch in ganz schrecklich stressigen Situationen nicht. Vielleicht haben wir deshalb so ein enges Verhältnis zu einander.

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