Projekt Rütli

Ein Fernsehtipp, nicht nur für Lehrkräfte, auch für Eltern und pädagogisch Interessierte:

arte, 21.05 Uhr: Projekt Rütli

Hier der Originaltext von arte dazu:
Das Bekanntwerden gravierender Missstände an der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln im Jahr 2006 wurde als Signal für die ungelösten Probleme des deutschen Schulsystems wahrgenommen und löste eine breite politische Debatte aus. Die Dokumentation untersucht anhand der Schulproblematik die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen für seine Integration, dem Prinzip der „Leitkultur“ und der Abgrenzung von privatem und öffentlichem Raum.

Der aufsehenerregende Fall der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln dient dem Film als Ausgangspunkt, um die Frage der Gewalt an Schulen zu untersuchen. Am 28.02.2006 schrieb die kommissarische Leiterin der Schule einen von der Gesamtkonferenz verabschiedeten Brief an die zuständige Schulrätin in Neukölln, in dem sie die Zustände an ihrer Einrichtung unumwunden darlegte: Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft der Schüler gegenüber den Lehrern, Sachbeschädigungen und Integrationsprobleme von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (34,9 Prozent arabisch, 26,1 türkisch, bei einem Gesamtanteil der Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft von 83,2 Prozent), die sich in dieser Hauptschule gesellschaftlich ausgegrenzt fühlen und keine Entwicklungschancen für sich erkennen. Die Eltern nehmen die Termine nicht war, Telefonate von Lehrern mit Eltern scheitern an deren mangelnden Sprachkenntnissen, oder die Eltern werden aggressiv gegen die Lehrer.
Dieser Brandbrief wurde als Signal für die ungelösten Probleme des deutschen Schulsystems wahrgenommen und löste eine breite politische Debatte aus. Darin ging es um die Frage, welche Verantwortung der Einzelne für seine Integration trägt und welche Rolle den Institutionen zukommt. Zum ersten Mal wurde offen vom Scheitern des multikulturellen Ansatzes gesprochen. Wie steht es in der Praxis mit dem Prinzip der „Leitkultur“, sind die strengen Einbürgerungstests sinnvoll, und woher kommt der erschwerte Zugang von Personen mit Migrationshintergrund zu leitenden Positionen in Politik, Wirtschaft und Medien? Dahinter verbirgt sich auch die Frage der Abgrenzung beziehungsweise Durchdringung von privatem und öffentlichem Raum: Bis zu welchem Punkt muss sich die Schule den Eltern anpassen, und in welchem Maße müssen sich Eltern und Schüler an einem Modell ausrichten?

und voher,  um 20:15 Uhr,  kommt auf arte noch eine Doku zum Thema „Eltern – Lehrer – der Krieg“

Warum wird es immer schwerer, miteinander zu reden? 35% der Aggressionen gegen Lehrer gingen in Frankreich nicht von Schülern sondern von deren Eltern aus!

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